Bremerhaven bekommt eine neue Columbuskaje. Anlass ist auch das boomende Kreuzfahrtgeschäft.
Der Bremer Senat hat am Dienstag dem Neubau der Columbuskaje in Bremerhaven zugestimmt. Die Gesamtkosten für Planung und Bau werden mit 78,7 Millionen Euro veranschlagt. Diese werden in den Haushalten bis zum Jahr 2023 berücksichtigt.
Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, sprach im Anschluss an die Sitzung von einem „guten Tag für Bremerhaven“. Die Stadt habe jetzt die „große Chance, das Thema Kreuzfahrt für eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftsstruktur“ zu nutzen. Dafür sei der Neubau der Kaje eine „zwingende Notwendigkeit“.
Die Columbuskaje entstand in den Jahren 1924 bis 1926 und wird den künftigen Anforderungen des modernen Kreuzfahrtgeschäftes sowie anderer potenzieller Nutzungen in der Zukunft nicht mehr gerecht.
Denn die Kreuzfahrtbranche boomt und wird auch für Bremerhaven eine immer größere Bedeutung bekommen.
Wurden zwischen 1990 und 2015 pro Jahr 40.000 bis 65.000 Passagiere abgefertigt, steigt das Aufkommen seit 2016 deutlich an. 2016 wurden bei 69 Schiffsanläufen insgesamt 98.530 Passagiere abgefertigt, 2017 waren es schon rund 166.000 Passagiere bei 84 Schiffsanläufen. Die Planungen für 2018 sehen 112 Schiffsanläufe und ein geschätztes Aufkommen von rund 235.000 Passagieren vor. Für 2019 wird eine weitere Steigerung auf 250.000 Passagiere erwartet, heißt es in der Mitteilung des Senats.
Die Columbuskaje sei in den vergangenen Jahren zudem wiederholt für die Endausrüstung großer Kreuzfahrtschiffe genutzt worden und stelle zudem eine wichtige Liegeplatzreserve für den Seehafen Bremerhaven dar.
Nach der Zustimmung des Senats ist nun die Hafengesellschaft Bremenports am Zug, detaillierte Entwurfsunterlagen für den Neubau der Kaje zu erstellen und das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren durchzuführen. Ein Baubeginn wird für den Jahresanfang 2021 angestrebt. Die Bauzeit soll etwa drei Jahre betragen.